Sonntag, 18. Mai 2014

Die ersten Schritte mit der Zwillingsnadel

In diesem Post geht es um die ersten Schritte mit der Zwillingsnadel, Nadelbreite und um die richtige Fadenspannung bei der Verarbeitung von Jersey-Stoffen, wenn man keine Overlock-Maschine hat.


Wie sieht die Zwillingsnaht aus?
Die Naht sieht von oben aus wie zwei perfekt parallel genähte Nähte, von unten sieht man einen Zickzack-Stich. Entsprechend näht ihr immer auf der schönen Stoffseite mit einem Geradstich.

Wofür eignet sich die Zwillingsnaht?
Will man Jersey-Stoffe verarbeiten, empfiehlt sich der Einsatz einer Zwillingsnadel für die finalen, sichtbaren Nähte eures Projekts (also z.B. zum Umnähen der Säume an Röcken, Ärmeln oder am Kragen). Schaut euch einfach eure T-Shirts mal etwas genauer an, ihr findet sicher die ein oder andere Zwillingsnaht.

Wenn ihr eure Nähprojekte gerne mit Zierstichen verschönert, kann hier auch eine Zwillingsnaht mit zwei perfekt parallelen Nähten kombiniert werden.

2 Grundvoraussetzungen für die Verwendung einer Zwillingsnadel
1. Zickzack-Stich
Du nähst die Zwillingsnaht zwar mit dem Geradstich, doch kommt es auf die Stichplatte deiner Maschine an. Kann sie Zickzack nähen, ist die Aussparung für die Nadel in der Stichplatte auch für die Zwillingsnadel geeignet. Diese würde bei einer reinen Geradstichplatte nämlich abbrechen.

2. Ein weiterer Garnrollenhalter
Da von oben zwei Fäden eingefädelt werden, muss deine Nähmaschine die Möglichkeit eines zweiten Garnrollenhalters bieten. Diese Information könnt ihr der Bedienungsanleitung eurer Maschine entnehmen (meine erste Maschine, eine Singer 8280, hatte diese Möglichkeit nicht, jetzt nähe ich mit einer Pfaff Ambition und hier kann ein zweiter Halter aufgesteckt werden).

Zwillingsnadel - aber welche?
Zwillingsnadeln gibt es in verschiedenen Größen (Abstand der beiden Nadeln zueinander). Achtet beim Kauf darauf, dass es sich um eine "Stretch"- oder "Jersey"-Zwillingsnadel handelt, wenn ihr sie für Kleidung aus dehnbaren Stoffen verwenden wollt. Standardmäßig führen Geschäfte Nadeln mit einem Abstand von 2,5 mm und 4 mm. Ich habe beides ausprobiert und kam mit der 4mm-Nadel deutlich besser zurecht. 

Einsetzen der Zwillingsnadel
Eingesetzt wird die Zwillingsnadel genau wie jede andere Nadel auch. Etwas komplizierter wird dann das Einfädeln (u.a. da ihr, sofern vorhanden, die Einfädelhilfe nicht verwenden könnt). Auch hier schaut ihr am besten in der Bedienungsanleitung eurer Maschine nach. Im Standardbetrieb achte ich nie darauf, doch hier ist nun wichtig, die Fadenführung zu nutzen (nur für einen der beiden Fäden, damit sie sich nicht verheddern können).

Fadenspannung einstellen
Wichtig für eine schöne Naht ist nun noch die richtige Fadenspannung. Bei meiner Maschine lässt sich die Spannung des Unterfadens nicht verändern (dort hätte ich die Spannung sonst gelockert), daher probierte ich verschiedene Einstellungen für die Oberfäden aus. Schließlich blieb ich bei der stärksten Fadenspannung (bei mir "9") und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. 

Ob die Fadenspannung richtig ist, erkennt ihr wenn ihr euch den Stoff von unten anschaut. Verläuft der Unterfaden nicht im Zick-Zack sondern als gerade Linie, ist die Oberfadenspannung zu locker (oder der Unterfaden zu fest, aber der lässt sich eben bei mir nicht ändern). 

Es sind keine weiteren Änderungen der Nähmaschineneinstellung erforderlich, ihr bleibt einfach beim normalen Geradstich

Näht ihr nun über einen dehnbaren Stoff, werden sich die beiden Nähte zusammenziehen und ihr habt ggf eine kleine Wulst zwischen den Nähten. Daher müsst ihr während dem Nähen den Stoff links und rechts vom Füßchen etwas auseinanderziehen. Dann bleibt der Abstand der Zwillingsnadeln auf dem Stoff erhalten und es sieht sauber und ordentlich aus. Zu fest dürft ihr den Stoff jedoch nicht ziehen, sonst können sich die Zwillingsnadeln verziehen oder sogar abbrechen - also am besten auf einem Probestoff üben. 

Zwillingsnadel oder Overlock?
Warum sieht die Naht von unten nun nicht aus wie bei euren T-Shirts? Ganz einfach - für die Verarbeitung von dehnbaren Stoffen werden häufig so genannte "Overlock"-Maschinen verwendet, die mit 4 Fäden arbeiten. Hier erfolgt das Nähen und Versäumen in einem Schritt. 

Die Zwillingsnadel nutzt ihr nur für die o.g., am Schluss noch sichtbaren Nähte eures Projekts. Wenn ihr aber z.B. Vorder- und Rückenteil eines T-Shirts an den Seiten zusammennähen wollt, näht ihr, wenn ihr keine Overlock-Maschine habt, am besten mit einem leichten Zick-Zack-Stich (der ist elastischer als ein gerader Stich) und nutzt dabei eine Jersey-Nadel, um den Stoff nicht zu beschädigen. 

Ich hoffe, dieser Post hilft euch weiter und ihr seid mit eurer Zwillingsnaht zufrieden! Gerne könnt ihr hier kommentieren oder ergänzen, wenn ihr weitere Tipps habt. 

Samstag, 17. Mai 2014

Anleitung Nadelkissen



Hier erhaltet ihr eine Anleitung für ein super Anfängerprojekt, ein Nadelkissen. Etwas sehr Praktisches, was jeder, der Spaß am Nähen hat, auch direkt gebrauchen kann. Ein paar Vokabeln werden auch dabei erläutert.



Zutaten:

  • Schere, Papier (oder Pappe) und ein Stift
  • 2 unterschiedliche Stoffe (Hier ist alles möglich, der Stoff sollte jedoch nicht dehnbar sein. Ich habe Baumwolle verwendet.)
  • Füllwatte
  • Stickgarn (ca. 1,20m)
  • Nähnadel
  • 2 Knöpfe
"Schnittmuster" erstellen

Zunächst erstellt ihr euch eine Schablone, in dem ihr einen Kreis aus Papier (oder Pappe) mit einem Durchmesser von ca. 13 cm ausschneidet. Falls ihr keine Zirkel zur Hand habt, umkreist einfach eine (volle) Rolle Klopapier.

Nachdem ihr 2 Kreise zugeschnitten habt, legt ihr diese mit den schönen Seiten liegen aufeinander (also "rechts auf rechts"). Fixiert die Stoffe am besten mit ein paar Nadeln, damit beim Nähen nichts verrutscht.


Es wird genäht

Legt den Stoff unter den Nähmaschinenfuß und senkt das Füßchen so ab, dass der rechte Rand des Fußes genau auf der Kante des Stoffes liegt. Wenn ihr nun darauf achtet, dass das Füßchen beim Nähen immer genau mit dem Stoffrand abschließt, näht ihr sozusagen "füßchenbreit" zusammen.

Solltet ihr Schwierigkeiten haben, den Stoff so zu führen, dass die Naht gleichmäßig rund bleibt, setzt zwischendurch einfach ab. Achtet darauf, dass die Nadel im Stoff bleibt, hebt das Füßchen an, dreht den Stoff so weit ihr es braucht, Füßchen wieder runter und weiter gehts. 
Näht so einmal rund herum und lasst am Ende eine Öffnung von etwa 5 Zentimetern. 

Noch etwas Handarbeit zum Schluss

Durch die Wendeöffnung wendet ihr den Stoff und die schönen Seiten kommen nach außen. Nun füllt ihr das Kissen mit Füllwatte und näht die Öffnung mit der Hand zu (hier könnt ihr einfach den Faden von der Nähmaschine verwenden). 

Nun fädelt ihr das Stickgarn ein. Am Fadenende müsst ihr einen Knoten machen, damit der Faden im Stoff stecken bleibt. Zuerst stecht ihr von unten nach oben durch die Mitte des Kissens und teilt das Kissen nun wie Pizzastücke mit dem Faden ein.

Zum Schluss näht ihr noch oben und unten die Knöpfe fest und zieht damit das Kissen final zusammen.

Hier gehts zurück zum Creadienstag und zur Nadelkissen-Sammlung von Nahtaktiv.


Viel Spaß beim Ausprobieren und gutes Gelingen!